Pinselchen

Es ist Samstag der 5.Oktober ich will eigentlich nur meine große Tochter von der Arbeit abholen (ihr Auto steht in der Werkstatt), da bekomme ich einen Anruf von unserer lieben Heide (Vorständin der Katzen und Tierhilfe und seit vielen Jahrzehnten im Tierschutz tätig). Ein paar junge Leute haben ein ca 4 Wochen altes 270gr Kätzchen gefunden und gerade zu ihr gebracht. Sie ist am Fläschchen richten und überlegt, wohin mit dem Winzling.
Ich habe Wilma mit ihrem Wurf  Zuhause, sie hat schon 3 Kitten adoptiert. 
Kurzentschlossen hole ich meine Tochter ab, und fahr direkt zu Heide. Der kleine Winzling wandert in die Jacke meiner Tochter (da ists schön warm) und auf geht’s nach Hause. Wilma‘s Kitten sind schon fast 6 Wochen alt. In dem Alter sieht man einfach jeden Tag Unterschied. Wilma akzeptiert den kleinen Wurm inmitten ihrer Kleinen, säugt ihn jedoch nicht. Also ist er ein paar Tage lang Flaschenkind und kommt in den Genuss der Gewichtskontrolle. An Tag 4 wundere ich mich doch sehr über die enorme Zunahme des Kleinen! Füttert hier etwa noch jemand außer mir? 
Und dann seh ich es! Er liegt inmitten der 6 anderen Kätzchen an Wilmas Gesäuge! Er ist angenommen! 
Mittlerweile lebt mein kleiner Pinsel zusammen mit seinem Adoptivbruder Wilhelm bei einer lieben Familie auf dem Dorf.

Man kann den kleinen Päppelkitten Nahrung geben und Wärme, aber man kann das soziale Gefüge eines Wurfes nicht ersetzen! Ein Hoch auf unsere Wilma, die insgesamt 4 Kitten zu ihren eigenen dazugenommen hat! 

Bosfor

Die Geschichte von Bosfor

So geschehen in Bissingen. Es ist in einem Januar und mir fällt auf, dass eine Langhaarkatze ums Haus schleicht. Sie ist nicht immer da, aber immer wieder. Sie frisst heimlich mit, isst die Reste, die die anderen Katzen übrig lassen. Nicht nur ich habe die Langhaarkatze entdeckt, sondern auch meine Katzengruppe. Das ist nicht wirklich lustig. Es ist eine bestehende Gruppe und wenn da eine andere Katze kommt, dann gibt es erstmal Unruhe, lautstarke Streitereien und Auseinandersetzungen. Dann sehe ich die Katze wieder tagelang nicht. Ich frage beim Bäcker im Dorf, ob jemand bekannt ist, der so eine Katze hat. Die Tage ziehen ins Land und die Langhaarkatze ist immer öfter da. Ich komme schon ziemlich nahe an sie ran, vielleicht so auf 2 Meter, dann haut sie wieder ab. Und plötzlich kann ich die Katze streicheln. Sie ist wunderschön und sie kennt die Menschen, sie schnurrt und fühlt sich wohl. Ab diesem Moment hat die Katze beschlossen bei uns zu bleiben und zwar am besten ganz allein, als Alleinherrscher über Haus und Garten. Ihr merkt schon, es ist ein Kater. Und dieser Kater ist groß von Wuchs und mit seinen langen Haaren noch größer. Dessen ist er sich wohl jetzt bewusst, plustert sich auf und beginnt alle anderen „Streunerkatzen“ im Garten zu verjagen. Als sich dann meine eigene Katze Kimba nicht mehr aus dem Haus traut ist es Zeit was zu unternehmen. Der Kater ist sehr zutraulich und ich locke ihn mit einem Leckerli ins Haus. Dort steht der Transportkorb, eine heikle Angelegenheit. Geht er gut rein, oder wird er sich mit allen vier Pfoten wehren? Er geht ohne Probleme in den Korb. Ich bin völlig erleichtert, schnappe den Korb und gehe zum Tierarzt. Vielleicht ist er ja tätowiert oder gechipt und wird irgendwo vermisst.

Wir öffnen den Transportkorb und der Tierarzt holt das Chiplesegerät und fährt über die linke Schulter. Das Gerät bleibt still, kein Piepser, mir ist die Enttäuschung anzusehen. Der Arzt schaut auf das Gerät und meinte, „es wäre gut, dieses auch anzuschalten“. Jetzt geht er nochmals im angeschalteten Zustand über die linke Schulter und es piepst. Juhuu, der Kater ist gechipt. Wir notieren die Nummer und zu Hause gehe ich gleich auf die Internetseite von Tasso und tatsächlich er wird gesucht. Unglaublich schaue ich auf die Seite, er fehlt in Neu-Ulm????

Ich mache bei Tasso die Meldung und nach wenigen Minuten werde ich von Tasso angerufen, dass sie meine Kontaktdaten an den Eigentümer weitergeben. Voller Anspannung sitze ich vor dem Telefon und warte, dass es klingelt. Minuten vergehen und dann endlich die Eigentümer melden sich. Die Frau ist völlig aufgeregt und reicht den Hörer an den Mann weiter, auch der ringt nach Fassung. Ob es wirklich ihr Bosfor ist, ob ich mir auch wirklich ganz sicher bin? Geht es ihm gut? Bosfor fehlt nun schon seit zwei Monaten. Es ist bereits später Abend aber sie machen sich sofort auf den Weg. 45 Minuten später sind sie mit Transportkorb da. Sie sehen ihren Bosfor, die Freude ist übergroß, die Tränen fließen auf beiden Seiten. Die Hoffnung war schon aufgegeben, dass sie ihren Bosfor wieder sehen und jetzt können sie ihn in die Arme schließen. Was auch Bosfor super gefällt.

Das ist einer der Gründe, warum sie nach dem Tätowieren und/oder chippen unbedingt ihre Katze bei Tasso oder Findefix melden müssen.